Anthroposophische Bildung im Sozialwesen

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"Doppeldiagnosen"

Vom Risiko zur Resilienz

Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Doppeldiagnose

 

Menschen mit Assistenzbedarf zu begleiten, die gleichzeitig auch eine psychische Erkrankung entwickeln oder entwickelt haben, ist eine große Herausforderung. Häufig ist es schwierig, überhaupt festzustellen, dass neben einer Behinderung auch eine psychische Störung vorliegt. Die professionelle Begleitung erfordert fachliche Kompetenzen und besondere Beziehungsfähigkeiten. Ein neues offenes Fortbildungskonzept im anthroposophischen Sozialwesen will Fachkräfte entsprechend sensibilisieren und qualifizieren.

Ausgangslage

Menschen mit körperlicher/hirnorganischer Beeinträchtigung sind meist von Geburt an traumatisierenden Faktoren ausgesetzt und haben weit häufiger als vermutet psychische Erkrankungen. Diese, unter dem Begriff – „Doppeldiagnosen“– bekannte, Situation stellt sowohl sie selbst als auch ihr persönliches und berufliches Umfeld vor große fachliche und persönliche Herausforderungen.

Zielsetzung

KollegInnen, die in diesem Arbeitsfeld arbeiten, müssen Wissen, Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten erwerben, damit diese Herausforderungen sie nicht überfordern, sondern sie adäquate Begleitungssituationen schaffen können: Für alle Beteiligten individuelle Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeitserleben stärken, neue Handlungsmöglichkeiten schaffen und Retraumatisierung vermeiden.

Intervision

Zwischen den Modulen treffen sich die Teilnehmenden regional in Intervisionsgruppen. Dort sollen tragende Strukturen aufgebaut werden. Es sollen Grundlagen für psychohygienische Übungen erarbeitet und deren Wirkung reflektiert werden.

Leistungsnachweis

Innerhalb des Kurses wird vereinbart, in welcher Form eine schriftliche Leistung zu erbringen ist (z.B. eine Wahrnehmungsarbeit oder eine strukturelle Analyse der Bedingungen innerhalb einer Einrichtung). Eine Zertifizierung findet über den jeweiligen Bildungsträger statt. Die Fortbildungsreihe umfasst acht Module. Sie wird vor Ort von zwei erfahrenen DozentInnen begleitet. Diese führen die Fallarbeit durch und sind Ansprech-partnerInnen. Für spezielle Themen werden zusätzlich weitere ExpertInnen eingeladen.

TeilnehmerInnenzahl je Kurs: 12-15.

Fallarbeit

In jedem Modul der Fortbildungsreihe findet Fallarbeit statt. Sie bezieht sich auf die Situation des Gegenübers und auf die eigene Situation in der Interaktion. Methodisch wird mit phänomenologischer Wahrnehmung sowie einer Analyse der Beziehungsdynamik gearbeitet. Ziel der Fallarbeit ist eine ganzheitliche Diagnostik und Hilfeplanung auf Grundlage des Modells der Dynamischen Urteilsbildung (Lex Bos). Bei dieser Methode werden auch die Auswirkungen von strukturellen Faktoren innerhalb von Einrichtungen auf die einzelnen Betroffenen berücksichtigt.
Die inhaltliche Arbeit ist damit von den Berufsfeldern der jeweils Teilnehmenden geprägt.

Überblick über die Module

(Dauer: Je 3 - 4 Tage)

Modul 1: Grundlagen I
Erklärungsmodelle/Menschenbild, Entwicklung, Risiko-/Schutzfaktoren
Beeinträchtigung, Barriere und individuelle Entwicklung
Einführung Fallarbeit (Wahrnehmung, Dynamische Urteilsbildung)

Modul 2: Grundlagen II
Bindung, Bindungsstörungen
Beziehungsdynamik und Psychohygiene
Einführung der Methode der regionalen Intervisionsgruppen

Modul 3
Grundformen der Angst
Angst und Angststörungen
Zwangsstörungen

Modul 4
Trauma und PTBS

Modul 5
Affektive Störungen
Schizophrenie und Psychosen
Umgang mit Medikamenten

Modul 6
De-Eskalation bei Aggression und Gewalt

Modul 7
Teamkultur und Konfliktlösung

Modul 8
Therapeutische Haltung und Sozialer Organismus
Aufbau tragender Strukturen

Termine Kurs 18-19

Modul 1:
24.01. - 27.01.2018

Modul 2:
07.03. - 10.03.2018

Modul 3:
11.07. - 14.07.2018

Modul 4:
24.10. - 27.10.2018

Modul 5:
27.02. - 02.03.2019

Modul 6:
15.05. - 18.05.2019

Modul 7:
10.07. - 13.07.2019

Modul 8:
20.11. - 23.11.2019

Jeweils Mittwoch 14:00 Uhr
bis Samstag 12:30 Uhr

Teilnahmegebühr

2.500,- Euro inkl. Kursverpflegung
Anmeldung bis spätestens 15.10.2017 schriftlich, per Fax oder Mail.

Kontakt & Anmeldung:

Akademie AnthropoSozial
Rudolf-Steiner-Seminar
Michael-Hörauf-Weg 6
73087 Bad Boll
Tel: 07164 – 94 020
Fax: 07164 – 94 02 20
E-Mail: info@rudolf-steiner-seminar.de

Mitglied im Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.
www.anthropoi.de

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