Anthroposophische Bildung im Sozialwesen

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Das Rudolf-Steiner-Seminar

„Mensch sein heißt ja niemals, nun einmal so und nicht anders sein müssen, Mensch sein heißt immer, immer auch anders werden können.” (Viktor Frankl)

Das Rudolf-Steiner-Seminar beherbergt eine staatlich anerkannte Fachschule für Heilpädagogik mit etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, welche die Weiterbildung Heilpädagogik meist praxisintegriert (36 Monate), teils auch in Vollzeitform (18 Monate), absolvieren. Grundlage der Methodik ist, die Eigenverantwortlichkeit  durch teilnehmerorientierte Lernprozesse zu impulsieren und zu entwickeln. Eine zentrale Rolle spielt die Integration anthroposophischer Perspektiven und fachwissenschaftlicher Forschung. In seiner curricularen Ausrichtung arbeitet das Seminar gemäß den Rahmenvereinbarungen der Baden-Württembergischen Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Heilpädagogik, erweitert um die spezifischen inhaltlichen und methodischen Aspekte der anthroposophischen Heilpädagogik. 

Außerdem bietet das Rudolf-Steiner-Seminar im Rahmen seines Offenen Studiums eine modulare Teilnahme an einzelnen Unterrichtsinhalten sowie als Weiterbildungszentrum Fortbildungen an für Menschen, die in Pädagogik, Heilpädagogik und sozialer Arbeit mit Menschen aller Lebensalter tätig sind.

Das Rudolf-Steiner-Seminar Bad Boll ist Mitglied im Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen und dem Netzwerk der hier zusammengeschlossenen etwa 200 Einrichtungen aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Eingliederungs- und Jugendhilfe ideell und praktisch verbunden.

Die Ausbildungsstätten auf anthroposophischer Basis setzen innerhalb des Bildungswesens in sozialen Berufen inhaltlich einen besonderen Akzent durch ihre Orientierung auf ein spirituelles Welt- und Menschenbild, das in jedem Menschen unabhängig von Behinderung eine intakte Individualität sieht und als heilpädagogische Aufgabe versteht, den individuellen Schicksalsimpuls zu beachten, wertzuschätzen und zu begleiten.

Methodisch fußen die Ausbildungen auf anthroposophischer Grundlage auf dem trialen Konzept, das neben den beiden Säulen von Theorie und Praxis die Erfahrungen durch Betätigung in der Kunst mit einbezieht. Die anthroposophische Heilpädagogik fühlt sich der aktuellen Forschung und Wissenschaft verpflichtet und möchte diese im Sinne eines Kultur- und Methodenpluralismus ergänzen und erweitern.

Zur Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte und Methoden der anthroposophischen Heilpädagogik hat das Rudolf-Steiner-Seminar Bad Boll im internationalen Kontext als Partner an zwei europäischen Projekten im Rahmen des Leonardokonzeptes mitgearbeitet. Das erste Projekt in den Jahren 1997 bis 2000 widmete sich der Erstellung eines inzwischen in mehrere europäische Sprachen übersetzten Ausbildungshandbuches. Eine internationale Arbeitsgruppe hat hier im ständigen Austausch mit den etwa 50 europäischen Ausbildungsstätten für anthroposophische Heilpädagogik  deren Arbeitsfelder, Inhalte, Methoden, Begleitungsmodi und Entwicklungsanliegen grundlegend formuliert und in einem exemplarischen Teil mit vielen Praxisbeispielen belegt. 2005 bis 2007 befasste sich das nächste Projekt CESTE – NET mit der Ausarbeitung der Trialen Ausbildungsmethode. Diese bezieht sich auf die Frage, wie die vielfältigen Möglichkeiten des künstlerischen Übens und Erlebens als gleichberechtigte dritte Säule neben Praxis und Wissenschaft methodisch in die Ausbildung einbezogen werden können.

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